Elizabeth Warren hält eine Rede in New Hampshire.
Elizabeth Warren hält eine Rede in New Hampshire.
Elizabeth Warren , „ McIntyre-Shaheen 100 Club Dinner “, CC BY 2.0 .

Alle Augen sind auf New Hampshire gerichtet

Vorwahlen

Scheideweg New Hampshire: Seit dem Desaster bei der Vorwahl in Iowa sind alle Augen auf den kleinen Neu-England-Staat gerichtet. Die Wähler im zweiten Vorwahlstaat haben jetzt noch mehr als schon bei vergangenen Wahlen die Aufgabe, das Feld auszudünnen. Sie werden darüber entscheiden, wer weiter eine Chance hat und wessen Kampagne nach der Wahl am Dienstag zu Ende ist. Aktuellen Umfragen zufolge werden sich Bernie Sanders und Pete Buttigieg wie schon in Iowa ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Sieg liefern. Interessanter wird es aber auf den hinteren Plätzen. Insbesondere der Dreikampf zwischen Elizabeth Warren, Joe Biden und Amy Klobuchar um den dritten Platz wird den weiteren Verlauf der Vorwahl maßgeblich beeinflussen.

Falls Biden ähnlich schlecht abschneiden sollte wie bereits in Iowa, könnte auch seine gute Position im vierten Vorwahlstaat South Carolina in Gefahr sein. Bisher hielt sich Biden dort ununterbrochen bei mehr als 30 Prozent. Bernie Sanders und Tom Steyer versuchen aber schon seit Wochen, Biden die Führungsposition im ersten Südstaat streitig zu machen. Steyer hat beispielsweise bereits knapp 15 Millionen US-Dollar in South Carolina investiert.

Auch für Elizabeth Warren hängt viel davon ab, ob sie in New Hampshire die 15 Prozenthürde überwinden wird. Andernfalls könnte ihre Kampagne weiter an Rückenwind verlieren. Da Warren aus dem benachbarten Massachusetts kommt, ist sie hier eigentlich von Beginn an besser aufgestellt, als in weiter entfernten Staaten wie Nevada oder South Carolina.

Für Amy Klobuchar ist ein Erfolg in New Hampshire sogar noch wesentlich wichtiger, da ihre Umfragewerte in den Folgestaaten noch sehr niedrig sind. Allerdings hatte sie am Freitag eine sehr erfolgreiche TV-Debatte. Das machte sich auch bei ihren Social-Media-Followern und den Spenden bemerkbar – in weniger als 24 Stunden sammelte sie 2 Millionen US-Dollar ein. Eine immense Summe, angesichts der Tatsache, dass sie zum Ende des Jahres nur noch 3 Millionen US-Dollar zur Verfügung hatte. Bisher sind keine Umfragen veröffentlicht worden, die nach der Fernsehdebatte durchgeführt wurden. Ob Klobuchar der Auftritt bei der TV-Debatte geholfen hat, wird sich somit womöglich erst am Wahlergebnis zeigen.

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Wer scheidet nach New Hampshire aus?

Normalerweise verlassen gleich mehrere Kandidaten nach Iowa das Rennen um die Präsidentschaft – nicht so in diesem Jahr. Da aus Iowa kein klarer Verlierer hervorging und sich der Großteil der Kandidaten ohnehin auf New Hampshire fokussiert hat, ist der übliche Ausdünnungseffekt ausgeblieben. Umso gravierender wird sich das Ergebnis in New Hampshire auf das aktuelle Feld auswirken. Besonders Kandidaten mit weniger Rückhalt scheitern oft spätestens in New Hampshire. Diesmal wird sich besonders bei Andrew Yang, Tulsi Gabbard und Michael Bennet zeigen, wie viel Erfolg ihr Wahlkampf im Granite State hatte. Yang und Gabbard liegen je nach Umfrage zwischen 5 und 8 Prozent und können sich zumindest theoretische Chance ausrechnen, besser abzuschneiden, als erwartet – und sich somit weiter im Rennen halten.

Für Tom Steyer und Michael Bloomberg wird es wie schon in Iowa größtenteils irrelevant sein, wie sie in New Hampshire abschneiden.  Zwar hat Tom Steyer beträchtliche Summen in New Hampshire investiert, allerdings ist das im Verhältnis zu seinen bisherigen Gesamtausgaben nur ein kleiner Betrag. Bloomberg hingegen führte hier erst gar keinen Wahlkampf.

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