Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren bei einer Phone-Session.
Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren bei einer Phone-Session.
Elizabeth Warren, „ Phone bank - Lawrence, MA“, CC BY 2.0.

Was sagen uns die Vorwahl-Umfragen?

Umfrageergebnisse in einzelnen Vorwahlstaaten sind traditionell sehr unzuverlässig. 2008 gewann Barack Obama unerwartet in Iowa, obwohl nahezu alle vorherigen Umfragen einen komfortablen Sieg Hillary Clintons voraussagten. Letztendlich kam Clinten nur auf den dritten Platz. Die Meinungsforschungsinstitute haben dabei mit zwei Problemen zu kämpfen: potentielle Vorwähler ausfindig machen und ihre Wahlwahrscheinlichkeit vorhersagen.

2008 haben sehr viele Institute schlicht unterschätzt, wie viele unabhängige Wähler Obama mobilisieren konnte. Trotzdem sind Umfragen ein wichtiges Werkzeug, um das Feld und den aktuellen Stand des Rennens einschätzen zu können­. Sie sollten eher als Anhaltspunkt dafür gesehen werden, welche Kandidaten eine Chance auf den Sieg haben und welche abgeschlagen zurückliegen.

Das gilt auch bei den Umfragen für die Vorwahlen 2020. In Iowa haben sich beispielsweise 16 Prozent der demokratischen Wähler noch überhaupt nicht für einen Kandidaten entschieden und 63 Prozent können sich vorstellen, sich noch für einen anderen Kandidaten zu entscheiden.

Die wichtigsten Umfragen

Die mit Abstand wichtigsten Umfragen sind diejenigen in den beiden ersten Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire. Nach diesen beiden Wahlen wird sich der Vorwahlkampf neu sortieren, da die meisten Kandidaten aufgeben haben werden. Umfragen für spätere Vorwahlen, die noch mit einem Dutzend Kandidaten durchgeführt wurden, verlieren an Aussagekraft, wenn nur noch fünf von ihnen im Rennen sind.

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Auch der vierte Vorwahlstaat South Carolina ist aufgrund seiner großen afro-amerikanischen Bevölkerung sehr relevant. Hier lassen sich besonders gut Rückschlüsse auf die Erfolgschancen von Joe Bidens Wahlkampf ziehen. Dort ist er mit einem großen Umfragepolster und starkem Rückhalt gestartet. Wenn er in den dortigen Umfragen an Zuspruch verlieren würde, wäre das ein Zeichen dafür, dass seine Wählerkoalition bröckelt.

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Kamala Harris und Cory Booker haben versucht in South Carolina Fuß zu fassen. Die Umfragen haben uns aber frühzeitig gezeigt, dass keiner von ihnen im Palmetto State über fünf Prozent Zustimmung hinausgekommen ist. Dafür lässt sich eine steigende Popularität des Unternehmers Tom Steyer erkennen, der erst im Herbst in Wahlkampf eingestiegen ist.

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Ein weiterer wichtiger Staat auf dem Weg zur Nominierung ist Kalifornien. Dort stehen mehr Delegierte auf dem Spiel als in jedem anderen Staat. Außerdem beginnt die vorzeitige Stimmabgabe bereits am Tag der Iowa-Wahl im Februar. Deswegen können manche Wähler die späteren Entwicklungen und Vorwahlergebnisse gar nicht mehr in ihre Entscheidung mit einbeziehen. Auch die 15%-Hürde wird in Kalifornien besondere Relevanz haben. Kandidaten, die an ihr Scheitern gehen im delegiertenreichsten Staat komplett leer aus. Dank den aktuellen Umfragen können wir uns ein recht gutes Bild davon machen, wer in Kalifornien überhaupt in der Lage ist, Delegierte zu gewinnen.

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