Recall in Kalifornien: Gouverneur Gavin Newsom übersteht Rückrufwahl

US-Wahl 2021

Gavin Newsom setzt sich bei der Rückrufwahl in Kalifornien durch und wird damit im Amt bestätigt. Der Sieg bewahrt die Demokratische Partei vor einem Debakel in einer ihrer stärksten Hochburgen, weniger als zwei Monate vor den richtungsweisenden Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey.

Gouverneur Gavin Newsom beim Demokratischen Parteitag in Kalifornien 2019.
Gouverneur Gavin Newsom beim Demokratischen Parteitag in Kalifornien 2019.

Die Wähler:innen Kaliforniens haben entschieden: Gavin Newsom bleibt weiter im Amt. Der demokratische Gouverneur erhielt mehr als 65 Prozent der Stimmen und setzt sich damit bei der Rückrufwahl gegen die Amtsenthebungskampagne durch. Das Ergebnis war noch einmal deutlicher als die Umfragen der vergangenen Wochen.

Bei den Ersatzkandidat:innen kam Larry Elder mit 42 Prozent auf Platz 1. Sein Vorsprung auf das restliche Feld war noch wesentlich höher als in den letzten Umfragen. Möglicherweise versammelten sich die republikanischen Wähler:innen um Elder. Abgeschlagen auf dem zweiten Platz landete der Demokrat Kevin Paffrath mit knapp unter 10 Prozent der Stimmen.

Die Organisator:innen der Kampagne gegen Newsom hatten mehr als 1,7 Millionen Unterschriften gesammelt und damit im Mai die Rückrufwahl eingeleitet. 46 Kandidat:innen hatten sich qualifiziert, um als mögliche Ersatzkandidat:innen auf dem Wahlzettel zu erscheinen. Darunter auch Reality-TV-Star Caitlyn Jenner und der Radio-Moderator Larry Elder. Letztendlich stiegen allerdings keine hochkarätigen Kandidat:innen in das Rennen ein. Die Demokratische Partei boykottierte die Wahl um Newsoms mögliche Nachfolge sogar komplett und rief ihre Unterstützer:innen dazu auf, diese Frage auf dem Stimmzettel frei zu lassen.

Die riskante Taktik, komplett auf Newsom zu setzen und ohne Plan B ins Rennen zu gehen, scheint am Ende aufgegangen zu sein. Die Wahl war somit auf die Entscheidung zwischen Newsom und die republikanischen Kandidat:innen zugespitzt.

Die Demokratische Partei entgeht damit einer schweren Niederlage in einer ihrer wichtigsten Hochburgen. Wäre Gavin Newsom abgewählt worden, hätte das den Republikaner:innen neuen Aufwind verschaffen können – insbesondere bei den für die Zwischenwahlen 2022 richtungsweisenden Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia am 2. November.

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