Progressive Kandidatin scheitert bei demokratischer Kongressvorwahl in Ohio

Nina Turner unterliegt ihrer moderaten Konkurrentin Shontel Brown bei der demokratischen Vorwahl für den vakanten 11. Kongresswahlkreis in Ohio. Der Wahlkreis ist fest in demokratischer Hand. Donald Trumps Wunschkandidat entscheidet die gleichzeitig stattfindende Vorwahl im republikanisch geprägten 15. Kongresswahlkreis für sich.

Nina Turner spricht vor Unterstützer:innen von Bernie Sanders in Iowa.
Nina Turner spricht vor Unterstützer:innen von Bernie Sanders in Iowa.

Shontel Brown kann sich bei der demokratischen Vorwahl in Ohios 11. Kongresswahlkreis mit 50,18 Prozent gegen die progressive Kandidatin Nina Turner (44,52 Prozent) durchsetzen. Auch wenn insgesamt elf demokratische Kandidat:innen angetreten waren, lief der Wahlkampf in den letzten Wochen vor der Wahl auf einen Zweikampf zwischen Turner, einer früheren Abgeordneten im Senat von Ohio, und der Kommunalpolitikerin Brown hinaus. Bei der Nachwahl soll ein:e Nachfolger:in für Marcia Fudge gefunden werden, die nach für die Berufung in Joe Bidens Kabinett den Kongresssitz aufgab. Browns republikanischer Gegenkandidat am 2. November wird Laverne Gore sein, ohne sich jedoch große Chancen ausrechnen zu können. Seit 1982 haben die Wähler:innen dieses Wahlkreises kein:e Republikaner:in mehr in den Kongress entsandt. Zuletzt gewann Fudge mit einem Vorsprung von mehr als 60 Prozent.

Während Turner vor allem von progressiven Politiker:innen und Organisationen wie Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez und dem Sunrise Movement unterstützt wurde, versammelten sich unter anderem Hillary Clinton, Jim Clyburn und der Congressional Black Caucus um Brown. In den Umfragen lag Turner im Vorfeld weitestgehend vorne, hatte sich aber keinen uneinholbaren Vorsprung gesichert und verlor immer mehr Boden an Brown, desto näher der Wahltermin rückte. Ähnlich sah es bei den Spenden aus. Hier musste sich Brown mit knapp 2 Millionen US-Dollar Turners 3,8 Millionen deutlich geschlagen geben. Am Ende reichte aber auch dieser finanzielle Vorsprung nicht aus, um den Wahlkreis zu gewinnen.

Das Wahlergebnis führt das bisherige Kräfteverhältnis zwischen Progressiven und Moderaten in diesem Wahlkreis fort. So konnte sich Hillary Clinton bei der demokratischen Präsidentschaftsvorwahl 2016 in diesem Wahlkreis auch deutlich mit 67 Prozent der Stimmen gegen Bernie Sanders durchsetzen. Mit rund 75.000 abgegebenen Stimmen lag die Wahlbeteiligung auf einem ähnlichen Niveau wie noch 2020 und damit höher als ursprünglich befürchtet.

Trump vermeidet nächsten Ausrutscher

Auch im 15. Kongresswahlkreis in Ohio fanden Vorwahlen für die im November anstehende Nachwahl statt. Der frühere republikanische Amtsinhaber Steve Stivers war zurückgetreten, um Präsident und Geschäftsführer der Ohio Chamber of Commerce. Ex-Präsident Donald Trump hatte sich hinter den Lobbyisten Mike Carey gestellt, während Stivers Jeff LaRe für seine Nachfolge bevorzugte. Am Ende konnte sich Carey durchsetzen und ersparte Trump somit eine weitere Niederlage, nachdem seine Wunschkandidatin vor kurzem bei einer Nachwahl in Texas verloren hatte. Carey erreichte nur 36,97 Prozent und die nächsten vier Kandidat:innen erhielten jeweils mehr als 10 Prozent der Stimmen.

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