Texas: 23 Kandidat:innen ringen um vakanten Kongresssitz

In Texas wollen eine Abgeordnetenwitwe und ein ehemaliger Wrestler ins Repräsentantenhaus einziehen. Dafür müssen sie sich am 1. Mai 2021 aber erst gegen 21 weitere Kandidat:innen durchsetzen. Alles deutet auf ein spannendes Rennen hin – mit offenem Ende.

Eine texanische Flagge weht in der Stadt Waco.
Eine texanische Flagge weht in der Stadt Waco.

23 Kandidat:innen wollen am Samstag, 1. Mai, dem im Februar verstorbenen Kongressabgeordneten Ron Wright nachfolgen. Mit zehn demokratischen und elf republikanischen Kandidat:innen ist das Feld sehr ausgewogen. Parteiinterne Vorwahlen finden nicht statt. Es erscheinen alle Kandidat:innen auf einem Wahlzettel und falls niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, gehen die beiden bestplatzierten Kandidat:innen in eine Stichwahl.

Der 6. Kongresswahlkreis des Staates Texas ist in den vergangenen Jahren zunehmend demokratischer geworden und beinhaltet unter anderem Vororte der Metropolen Fort Worth und Dallas. 2014 gewann der republikanische Amtsinhaber Joe Barton noch mit einem Vorsprung von 24,7 Prozent. Sechs Jahre später konnte Ron Wright nur noch einen Vorsprung von 8,8 Prozent erreichen. Die Demokraten erhoffen sich, diesen umkämpften Wahlkreis und damit einen wichtigen Sitz im Repräsentantenhaus übernehmen zu können, um ihre knappe Mehrheit auszubauen.

Favorisiert sind seit Beginn die demokratische Kandidatin Jana Sanchez sowie die Witwe von Ron Wright, Susan. Sanchez kandidierte 2018 bereits für diesen Sitz, unterlag damals aber Wright. Beide Kandidatinnen können sich bisher in den Umfragen behaupten, waren in den vergangenen Wochen aber zunehmend von ihren innerparteilichen Konkurrent:innen unter Druck geraten.

So steigen auf Seiten der Republikaner Jake Ellzey, der 2018 Ron Wright in der Vorwahl unterlag, und der ehemalige Stabschef im US-Gesundheitsministerium Brian Harrison in den Umfragen stetig weiter auf. Ähnlich sieht es bei den Demokraten aus. Dort bekommt Jana Sanchez Konkurrenz von Lydia Bean und Shawn Lassiter.

Insgesamt liegen die vier stärksten Kandidat:innen nur wenige Prozentpunkte auseinander. Entsprechend ist es wahrscheinlich, dass eine anschließende Stichwahl notwendig sein wird. Wer dabei antreten darf, ist jedoch völlig offen. Das hängt auch damit zusammen, dass noch zahlreiche Wähler:innen unentschlossen sind. So kann es etwa passieren, dass sich zwei Kandidat:innen der gleichen Partei durchsetzen.

Entscheidend dürfte auch sein, wie viele Stimmen die übrigen Kandidat:innen auf sich vereinen können. So werden beispielsweise dem ehemaligen Wrestler Dan Rodimer, der im vergangenen Jahr noch im benachbarten Nevada für das Repräsentantenhaus kandidiert hat, kaum Chancen zugerechnet, eine entscheidende Rolle zu spielen. Trotzdem kommt er in den Umfragen auf etwa zwei Prozentpunkte – die an anderer Stelle für die Stichwahlqualifikation fehlen könnten.

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