Ein gefrorenes Feld im ersten Vorwahlstaat Iowa.
Ein gefrorenes Feld im ersten Vorwahlstaat Iowa.

Iowa – der erste Vorwahlstaat

Bei den Iowa Caucuses werden Präsidenten gemacht und Träume begraben. Der erste Vorwahlstaat hat einen sehr großen Einfluss darauf, welche Kandidaten im November gegeneinander antreten. Seine Sonderstellung wird stets kritisiert aber wurde bisher nicht gebrochen. Die Kandidaten verbringen hier traditionell viel Zeit, um sich den Wählern persönlich vorzustellen. Und das erwarten die Wähler in Iowa auch: Wer sich nicht den geschulten Fragen der Iowaner stellt, wird sich keine großen Chancen ausrechnen können, bei den Caucuses zu gewinnen.

Wer die Iowa Caucuses gewinnt oder dort zumindest besser abschneidet als erwartet, profitiert von der späteren Medienaufmerksamkeit und neuen Spenden. Oftmals beenden viele Kandidaten ihren Wahlkampf nach einem schlechten Ergebnis noch am selben Wahlabend oder in den folgenden Tagen.

Barack Obamas Sieg bei den Iowa Caucuses machte ihn 2008 auf einen Schlag zum Favoriten. Und auch Bernie Sanders profitierte 2016 davon, dass er Hillary Clinton hier ein Unentschieden abringen konnte.

Vorwahldatum 3. Februar 2020
Delegierte 41
Einwohner 3,1 Millionen
Mittleres Einkommen
58.580 US-Dollar

Vorwahlsieger 2016


Demokraten
Hillary Clinton
49,48%

Republikaner
Ted Cruz
27,6%

Der letzte Caucus-Staat

Iowa zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es der erste Vorwahlstaat ist, sondern auch dadurch, dass dort anders gewählt wird. Während sich in nahezu allen anderen Bundesstaaten das Primary-System durchgesetzt hat, bei dem die Wähler wie in Deutschland an der Wahlurne ihre Stimme abgeben, setzt Iowa nach wie vor auf Caucusses ­– stundenlange Treffen bei denen in einem langwierigen Prozess gewählt wird.

Die Iowaner treffen sich für mehrere Stunden in Kirchen, Sporthallen und sogar bei Privatpersonen zuhause. Dort bekommen sie zuerst von Freiwilligen erklärt, wofür die einzelnen Kandidaten stehen. Anschließen versammeln sie sich beim Kandidaten ihrer Wahl und versuchen andere Wähler von ihrem Kandidaten zu überzeugen. Auch in Iowa gibt es eine 15%-Hürde: Jeder Kandidat, der nicht genug Unterstützung hat, wird in der ersten Runde aussortiert und alle Wähler, die in seiner Ecke standen, müssen sich neue Kandidaten suchen.

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