Donald Trump jagt in Alabama dem Erfolg hinterher

Erst Brooks, jetzt Britt: Ex-Präsident Donald Trump hat sich dafür entschieden, Katie Britt für die republikanische Senatsnominierung in Alabama zu unterstützen. Wenige Stunden zuvor hatte eine erste Umfrage Katie Britt für die Stichwahl in eineinhalb Wochen deutlich in Führung gezeigt. Trump versetzt Britts Stichwahlgegner Mo Brooks, dem er im März noch die Unterstützung entzogen hatte, damit einen herben Dämpfer.

Donald Trumps Unterstützungshistorie bei der republikanischen Senatsvorwahl in Alabama ähnelt einer Achterbahnfahrt. Frühzeitig, im April 2021, entschied sich der Ex-Präsident, den konservativen Kongressabgeordneten Mo Brooks bei der Wahl für den Sitz des scheidenden US-Senators Richard Shelby zu unterstützen. Damals sicherte Trump Brooks, der auch am 6. Januar 2021 auf der „Save America“-Kundgebung gesprochen hatte, seine „komplette und totale Unterstützung“ zu.

Acht Monate später waren mit Michael Durant und Katie Britt zwei weitere aussichtsreiche Kandidat:innen ins Rennen eingestiegen und seitdem ging es für Brooks in den Umfragen bergab. Grund genug für Donald Trump, seinen Unmut über seinen strauchelnden Kandidaten kundzutun. Fast ein Jahr nachdem Trump Brooks seine Unterstützung zugesagt hatte, entzog er sie ihm wieder. Diesen schwerwiegenden Schritt begründete Donald Trump offiziell damit, dass Brooks im Wahlkampf nicht mehr genug über die Präsidentschaftswahl 2020 gesprochen habe.

Mehrere Wochen vor seiner Entscheidung, sich von Brooks zu lösen, hatte Trump sich Berichten zufolge bereits mit Katie Britt getroffen. Letztendlich sah er aber davon ab, noch einmal Position zu beziehen. Entgegen den Erwartungen konnte sich Brooks allerdings erneut nach vorne kämpfen und qualifizierte sich im ersten Wahlgang zusammen mit Katie Britt für die Stichwahl am 21. Juni.

Britt gegen Brooks

Eineinhalb Wochen vor der Stichwahl hat sich Donald Trump nun erneut festgelegt und diesmal Katie Britt seine Unterstützung ausgesprochen. In einem Statement bezeichnete Trump seine neue Wunschkandidatin „eine furchtlose America First Kriegerin“.

Wenige Stunden bevor Ex-Präsident Donald Trump seine Entscheidung für Britt bekanntgegeben hatte, war die ersten Stichwahlumfrage veröffentlicht worden, die durchgeführt wurde, nachdem sich Britt und Brooks für die Stichwahl qualifiziert hatten. Sie zeigte Britt mit fast 55 Prozent Unterstützung und einem Vorsprung von rund 18 Prozentpunkten auf Brooks. Zwar war Britt mit ihrem Vorsprung bei der ersten Runde auch die Favoritin für den Stichwahlsieg. Allerdings zeigte erst diese Umfrage, dass das Momentum, das Brooks in die Stichwahl getragen hatte, voraussichtlich nicht für einen Sieg gegen Britt reichen würde.

Der Kongressabgeordnete reagierte umgehend auf die neue Situation. Auf Twitter erklärte er, Trump habe sich diesmal wie schon oft falsch entschieden: „Das ist seltsam: Das letzte Mal, als Donald Trump über Katie Britt sprach, sagte er, sie sei für den Senat nicht qualifiziert.“

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Ob Donald Trumps Entscheidung großen Einfluss auf das Ergebnis der Stichwahl haben wird, ist fraglich. So sagten im Rahmen einer weiteren aktuellen Umfrage nur ein Drittel der Befragten, dass sie eher für die von Donald Trump unterstützte Person stimmen würden. 54 Prozent gaben hingegen an, dass es für ihre Wahlentscheidung keinen Unterschied macht. In der republikanischen Hochburg Alabama entspricht die Senatsnominierung der Republikanischen Partei bereits einer Vorentscheidung für die Wahl im November.

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