Utah: Wahlpakt gegen republikanischen US-Senator Mike Lee gebildet

Die Demokratische Partei von Utah unterstützt die Senatskandidatur des Unabhängigen Evan McMullin. Eine neue Umfrage zeigt jetzt, dass diese Strategie, den republikanischen Amtsinhaber Mike Lee im November zu besiegen, Erfolg haben könnte.

Welche Chancen hat die Demokratische Partei in Utah? Mit dieser Frage waren die demokratischen Delegierten bei ihrem Parteitag im April konfrontiert. Statt sich hinter den einzigen demokratischen Senatskandidaten Kael Weston zu stellen, entschieden sie dafür, den unabhängigen Kandidaten Evan McMullin im November zu unterstützen. Bei der Senatswahl in Utah am 8. November wird also kein:e Kandidat:in der Demokrat:innen auf dem Stimmzettel stehen.

„Die Demokraten stellen das Land über die Partei“, erklärte McMullin auf dem Parteitag. „Das ist unsere Demokratie und ja, sie kann manchmal chaotisch sein, wie wir heute gesehen haben, aber sie ist auf jeden Fall viel besser als die Alternative.“

Das Kalkül der Demokrat:innen ist klar: Sie halten den republikanischen Amtsinhaber Mike Lee für besiegbar, aber McMullins Kandidatur ließ einen demokratischen Sieg fast unmöglich erscheinen. So zeigten zwei Umfragen aus dem Frühling den Demokraten Kael Weston auf einem abgeschlagenen dritten Platz hinter Lee und McMullin. Um also McMullins Chancen zu verbessern, die Wahl im November zu gewinnen, empfiehlt die Demokratische Partei ihren Wähler:innen, den ehemaligen CIA-Mitarbeiter und Trump-Gegner zu unterstützen.

McMullin dürfte dabei einen ähnlichen Plan verfolgen wie bei seiner Präsidentschaftskandidatur 2016. Vor sechs Jahren trat der frühere Republikaner als unabhängiger Kandidat mit dem Ziel an, eine wählbare Alternative für Anti-Trump-Republikaner:innen zu sein – und zu verhindern, dass Trump die sechs Wahlstimmen von McMullins Heimatstaat Utah gewinnt.

Hierzu vertrat McMullin vor allem traditionell konservative Positionen wie freien Außenhandel, die vor Donald Trumps Kandidatur in der republikanischen Partei salonfähig waren. Am Ende reichte es nur für Platz drei hinter Trump und Clinton. Allerdings erhielt McMullin mehr als 20 Prozent der Stimmen und sorgte somit dafür, dass zum ersten Mal seit 1992 ein Republikaner im tiefroten Staat weniger als 50 Prozentpunkte erhielt.

McMullin dicht hinter Lee

Dass der Pakt zwischen den Demokrat:innen und der McMullin-Kampagne aufgehen könnte, zeigt nun eine aktuelle Umfrage. Diese bescheinigt Amtsinhaber Lee lediglich einen Vorsprung von vier Prozentpunkten. 19 Prozent der Befragten sind noch unentschieden. Entsprechend offen ist das voraussichtliche Aufeinandertreffen beider Kandidaten.

Mike Lee befindet sich aktuell noch im Vorwahlkampf gegen die ehemalige Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Utah, Becky Edwards, und die Marketingleiterin Ally Isom. In den letzten Umfragen liegt der US-Senator deutlich vor seinen beiden Konkurrentinnen. Die republikanische Vorwahl findet am 28. Juni statt.

Quellen: Salt Lake Tribune, Deseret News

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