Wisconsins US-Senator Ron Johnson bricht Wahlversprechen mit erneuter Kandidatur

Ron Johnson kandidiert ein drittes Mal für den US-Senat und bricht damit das Wahlversprechen, sich nach zwei Amtszeiten aus der Politik zurückziehen zu wollen. Dem republikanischen US-Senator und Trump-Unterstützer steht ein umkämpftes Rennen bevor.

Der US-Senator Ron Johnson hat bekannt gegeben, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Der Republikaner aus Wisconsin beendet damit monatelange Spekulation, ob er sich erneut der Wiederwahl stellen oder aus der Politik zurückziehen würde. Bereits im April vergangenen Jahres hatte Donald Trump Johnson seine „totale Unterstützung“ zugesagt und ihn ermutigt, ins Rennen einzusteigen.

Mit seiner Kandidatur bricht Johnson ein zentrales Wahlversprechen, dass er sich zum Ende seiner aktuellen Amtszeit nicht noch einmal zur Wahl stellen würde. In einem Meinungsbeitrag für das Wall Street Journal verteidigt Johnson seine Entscheidung mit den geänderten Machtverhältnissen in Washington, D.C.: „Während der Kampagne 2016 sagte ich, dass es meine letzte Kampagne und letzte Amtszeit sein würde. Das war meine starke Präferenz und die meiner Frau – wir freuten uns beide auf ein normales Privatleben. Keiner von uns hat die vollständige Übernahme der Regierung durch die Demokraten und die katastrophale Politik vorhergesehen, die sie Amerika und der Welt bereits zugefügt haben, ganz zu schweigen von der, die sie in Zukunft zu erlassen drohen.“

Mit seiner vergleichsweise späten Entscheidung sorgte Johnson dafür, dass sich mögliche parteiinterne Konkurrent:innen lange Zeit bedeckt gehalten und letztendlich gegen eine Kandidatur entschieden haben. So kandidiert die ehemalige Vizegouverneurin Rebecca Kleefisch inzwischen als Gouverneurin. Die beiden Kongressabgeordneten Sean Duffy und Mike Gallagher wiederum distanzierten sich mittlerweile von Spekulationen über eigene Ambitionen auf den Senatssitz.

Vom Tea-Party-Favoriten zum Trump-Unterstützer

Johnson wurde erstmals bei den Zwischenwahlen 2010 mitten in Barack Obamas erster Amtszeit in den Senat gewählt und besiegte den demokratischen Amtsinhaber Russ Feingold. Der Unternehmer Johnson kam wie viele andere fiskal konservative und Anti-Obamacare-Kandidat:innen während der Tea-Party-Welle ins Amt.

Im Laufe seiner zweiten Amtszeit stellte er sich dann treu hinter Donald Trump und wurde zu einem seiner stärksten Unterstützer im Senat. Zudem unterstützte er die widerlegten Wahlbetrugsvorwürfe des Ex-Präsidenten und veranlasste noch im Dezember 2020 eine Anhörung, um diese Anschuldigungen zu erörtern.

Diese polarisierenden Positionen könnten für Johnsons Wahlkampf im umkämpften Wechselstaat Wisconsin allerdings zum Problem werden. 2016 lag er nur mit 3,36 Prozent vorne und vier Jahr später gewann Joe Biden den Staat gegen Donald Trump – wenngleich denkbar knapp. Momentan deutet alles auf ein enges Rennen zwischen Johnson und den demokratischen Vizegouverneur Mandela Barnes hin, der in den demokratischen Vorwahlumfragen deutlich vorne liegt. Bisher bildet nur eine Umfrage aus dem September dieses Aufeinandertreffen ab, die beide gleichauf sieht.

Quelle: Wall Street Journal

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