Republikaner Youngkin gewinnt Virginias Gouverneurswahl – herbe Niederlage für Demokrat:innen

US-Wahl 2021

Glenn Youngkin gewinnt die Gouverneurswahl in Virginia denkbar knapp gegen den ehemaligen Gouverneur Terry McAuliffe, wie die Associated Press berichtet. Der Republikaner folgt damit auf den demokratischen Amtsinhaber Ralph Northam, der nicht erneut kandidieren durfte. Für die Demokratische Partei ist die Niederlage ein schwerer Rückschlag.

Bereits als die ersten ausgezählten Stimmen in Virginia veröffentlicht wurden, zeichnete sich ab, dass die Umfragen der letzten Wochen die aktuelle Stimmung im Staat gut eingefangen hat und es zu einem knappen Rennen zwischen den beiden Kandidaten kommen würde. Recht schnell setzte sich Youngkin von seinem demokratischen Konkurrenten ab. Rund zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale wendete sich das Blatt allerdings noch einmal und McAuliffe verringerte der Abstand auf Youngkin stetig auf rund 80.000 Stimmen – doch letztendlich reichte es nicht für ein Comeback.

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Virginia ist in den letzten Jahren zunehmend demokratischer geworden. Joe Biden gewann den Staat noch mit mehr als 10 Prozent Vorsprung auf Donald Trump. Dass mit Youngkin ein Republikaner den Südstaat gewinnt, ist ein schwerer Rückschlag für die Demokratische Partei und wirft bereits jetzt seinen Schatten auf die Zwischenwahlen im kommenden Jahr.

McAuliffe, der von 2014 bis 2018 Gouverneur Virginias war, befand sich in den letzten Wahlkampfwochen unter starkem Druck. Seine Taktik, einen Stellvertreterwahlkampf gegen Donald Trump zu führen, ging nicht auf, da Youngkin bemüht war, weitgehend Abstand zum Ex-Präsidenten zu halten. Hinzu kam, dass sich Joe Bidens fallende Zustimmungswerte auch auf die Stimmung in Virginia auswirkte. Statt sich aber von seinem Parteifreund zu lösen, holte McAuliffe den US-Präsidenten nach Virginia, um mit ihm um Wähler:innen zu werben.

Ein weiterer wahlentscheidender Faktor war wiederum lokaler Natur. Mit Bildungspolitik und dem Schreckgespenst der „Critical Race Theory“ hat Youngkin scheinbar ein Thema gefunden, auf das die Demokrat:innen keine Antwort parat hatten. Wahltagsbefragungen von NBC News haben ergeben, dass Bildung für 24 Prozent der Wähler:innen das wichtigste Thema war. Besonders dürfte das Thema Wähler:innen in den Vororten von Glenn Youngkin überzeugt haben. Sie machen 61 Prozent der Wählerschaft aus, und stimmten mit 53 Prozent mehrheitlich für den republikanischen Kandidaten.

Gerade einmal ein Jahr ist es her, da sorgten viele dieser Wähler:innen für Joe Bidens Wahlsieg gegen Donald Trump in Virginia. Bereits 2018 sicherten vor allem Wähler:innen in Vororten den Demokrat:innen die Mehrheit im Repräsentantenhaus mit 41 zusätzlichen Sitzen. Für die Regierungspartei ist das Ergebnis in Virginia nicht nur ein herber Rückschlag. Es zeigt auch, was sie im kommenden Jahr erwarten könnte, wenn sie ihre knappen Mehrheiten im Kongress verteidigen müssen.

Das wird auch von der Gouverneurswahl in New Jersey untermauert. Hier deuteten die Umfragen eine komfortable Wiederwahl von Amtsinhaber Phil Murphy an. Der Demokrat tut sich aber wesentlich schwerer als erwartet und liegt auch in den frühen Morgenstunden noch hinter seinem republikanischen Herausforderer Jack Ciattarelli. Im Gegensatz zur Wahl in Virginia stehen in New Jersey allerdings noch zahlreiche Stimmen in mehreren demokratischen Counties aus.

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