Vorgeschmack auf 2022: Demokraten halten Kongresswahlkreis in New Mexico

Die demokratische Kandidatin Melanie Stansbury konnte sich deutlich bei einer Kongressnachwahl in New Mexico durchsetzen. Der vorausgegangene Wahlkampf war ein Testlauf für die Zwischenwahlen im kommenden Jahr.

Melanie Stansbury gewinnt die Nachwahl zum 1. Kongresswahlkreis in New Mexico.
Melanie Stansbury gewinnt die Nachwahl zum 1. Kongresswahlkreis in New Mexico.

Melanie Stansbury gewinnt die Nachwahl im 1. Kongresswahlkreis von New Mexico gegen ihren republikanischen Kontrahenten Mark Moores. Die demokratische Kandidatin lag mit einem Vorsprung von etwa 24,5 Prozent deutlich vor Moores und verbesserte damit noch einmal das Ergebnis ihrer Vorgängerin Deb Haaland. Diese gewann 2020 mit 16 Prozent Vorsprung. Stansburys erzielte sogar ein besseres Ergebnis als Joe Biden, der in diesem Wahlkreis 23 Prozent vor Donald Trump lag.

Der Wahlkreis, der einen Großteil der Stadt Albuquerque einschließt, schickt seit 2009 ausnahmslos demokratische Kandidat:innen nach Washington, D.C., nachdem er zuvor 40 Jahre fest in republikanischer Hand war. Die Nachwahl war notwendig geworden, um die Nachfolge von Deb Haaland zu regeln, die als Innenministerin in Joe Bidens Kabinett berufen wurde und Mitte März ihren Kongresssitz aufgab. Mit dem Sieg von Stansbury bauen die Demokraten ihre knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus auf nunmehr neun Abgeordnete aus. Dies wird eine wichtige Rolle dabei spielen, Joe Bidens weitere Agenda im Kongress voranzutreiben – etwa das geplante Infrastrukturpaket.

Testlauf für die Zwischenwahlen 2022

Für beide Parteien war die Nachwahl auch ein Feldversuch, um die eigenen Botschaften vor den Zwischenwahlen 2022 zu testen. Während Stansbury mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Pandemie und Joe Bidens Agenda warb, verfolgte Moores einen „Law-and-Order“-Ansatz. Damit versuchte der Republikaner, die Demokraten mit Budgetkürzungen bei der Polizei in Verbindung zu bringen und die Wähler:innen zu überzeugen, dass die Politik der Demokraten sie weniger sicher machen würde.

Zwar sagt das Wahlergebnis wenig über die Wirksamkeit dieser beiden unterschiedlichen Botschaften aus, allerdings ist es ein klarer Hoffnungsschimmer für die Demokraten. Ihre Wähler:innen sind auch ohne Donald Trump auf dem Wahlzettel motiviert, ihre Stimme abzugeben. Das kann ein entscheidender Vorteil bei den Zwischenwahlen im kommenden Jahr sein. Denn der Trend früherer Zwischenwahlen lässt vermuten, dass die Demokraten als regierende Partei abgestraft werden. Für sie wird es also auf jede Stimme ankommen.

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