Abgeordnetenwitwe gewinnt Nachwahl in Louisiana, zweites Rennen geht in Stichwahl

Die republikanische Kandidatin Julia Letlow gewinnt die Nachwahl in Louisianas 5. Kongresswahlkreis und übernimmt damit den Sitz, den ihr Mann wenige Wochen vor seinem Tod im Dezember erstmals gewonnen hatte. Im zweiten Rennen des Abends qualifizierten sich die demokratischen Kandidat:innen Troy Carter und Karen Carter Peterson für eine Stichwahl.

Plakat für die US-Wahl.
Plakat für die US-Wahl.

Mit mehr als 64 Prozent der Stimmen konnte sich Julia Letlow am Samstag deutlich gegen ihre elf Konkurrent:innen durchsetzen. Die Nachwahl war notwendig geworden, nachdem Luke Letlow am 29. Dezember an Komplikationen mit Covid-19 verstorben war – wenige Tage bevor er im Repräsentantenhaus vereidigt werden sollte. Julia Letlow warb damit, die Politik ihres Mannes weiterzuführen und erhielt die Unterstützung von Donald Trump, der den Wahlkreis 2020 deutlich für sich entscheiden konnte.

Auf Platz zwei landete die Demokratin Sandra Christophe, die bereits 2020 für den Sitz kandidiert hatte. Obwohl sie die einzige demokratische Kandidatin im Rennen war, konnte sie in diesem besonders stark republikanisch geprägten Wahlkreis nur knapp 27 Prozent der Stimmen erzielen.

Demokratischer Richtungsstreit geht in Stichwahl

Bei der zweiten Nachwahl des Abends ging es weniger deutlich zu. Insgesamt waren 15 Kandidat:innen angetreten, um Cedric Richmonds Sitz im Repräsentantenhaus zu übernehmen, nachdem dieser einen Posten in der Biden-Administration angetreten hatte. Der von Richmond unterstützte, moderate Kandidat Troy Parker erreichte knapp 36 Prozent und qualifizierte sich damit für die Stichwahl am 24. April.

Wesentlich spannender war hingegen die Frage, wer in der Stichwahl gegen Parker antreten würde. Hier sorgte der Aktivist Gary Chambers fast für eine handfeste Überraschung. Obwohl er in den Umfragen nur bei etwa 10 Prozent rangierte, kam er bis auf 1.519 Stimmen an Karen Peterson heran, musste sich der ehemaligen Vorsitzenden der Demokratischen Partei von Louisiana letztendlich aber geschlagen geben. Peterson und Chambers hatten sich beide als progressive Kandidat:innen positioniert.

Der 2. Kongresswahlkreis in Louisiana ist weitgehend demokratisch geprägt. Entsprechend war schon im Vorfeld absehbar, dass sich die Wahl darum drehen würde, ob das moderate oder das progressive Lager die Oberhand gewinnen würde. Der beste Republikaner kam mit weniger als 10 Prozent nur auf Platz vier.

Stichwahl statt Vorwahl

Louisiana setzt nicht auf ein traditionelles Vorwahlsystem. Stattdessen treten alle Kandidat:innen in der ersten Runde gegeneinander an – unabhängig davon, welcher Partei sie angehören. Sollte dann niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen, ist eine anschließende Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidat:innen notwendig. Dabei kann es auch vorkommen, dass die beiden Stichwahlteilnehmer:innen derselben Partei angehören.

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