Arizona: Ducey-Nein zu Senatskandidatur stellt Republikaner vor personelle Probleme

Arizonas Gouverneur Doug Ducey kandidiert nicht gegen US-Senator Mark Kelly. Wen die Republikaner stattdessen nominieren, ist 18 Monate vor der Vorwahl völlig offen.

Gouverneur Doug Ducey bei einer Wahlveranstaltung in Prescott, Arizona 2018.
Gouverneur Doug Ducey bei einer Wahlveranstaltung in Prescott, Arizona 2018.

Arizonas Gouverneur Doug Ducey wird 2022 nicht gegen den demokratischen US-Senator Mark Kelly antreten. Das teilte der Republikaner, der 2022 nach zwei Amtszeiten nicht erneut als Gouverneur kandidieren darf, der New York Times in einem Interview mit. „Ich kandidiere nicht für den Senat der Vereinigten Staaten. Das ist ein klares nein. Ich bin zu 100 Prozent darauf fokussiert, Gouverneur des Staates Arizona zu sein“, erklärte Ducey. Mit seiner deutlichen Absage an eine Kandidatur stellt Ducey seine Partei vor ein ernstes Personalproblem.

Erst am vergangenen Sonntag hatten die Republikaner ihren Gouverneur auf einem Parteitag für dessen Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 gerügt. Allerdings deutete Duceys Wahl zum Vorsitzenden der Vereinigung Republikanischer Gouverneure (RGA) im vergangenen Dezember bereits an, dass seine politischen Ambitionen weit über die Grenzen Arizonas hinausgehen. Die RGA unterstützt Kampagnen republikanischer Gouverneurskandidat:innen im ganzen Land – mitunter durch ein umfassendes Spendennetzwerk.

Duceys Job liegt während seiner Amtszeit als RGA-Chef also darin, Kontakte zu finanzstarken Spender:innen und einflussreichen Kandidat:innen zu knüpfen. So kann er ein breites, nationales Profil aufbauen und den Grundstein für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2024 legen. Eine Senatskandidatur gegen den finanzstarken und beliebten Amtsinhaber Mark Kelly wäre hingegen mit dem hohen Risiko einer Niederlage verbunden.

Kein:e Favorit:in in Sicht

Mit Duceys Entscheidung stehen die Republikaner in Arizona allerdings vor der Frage, wen sie 2022 gegen Kelly ins Rennen schicken. Politische Talente wie Generalstaatsanwalt Mark Brnovich oder Schatzmeisterin Kimberly Yee wurden bisher ausschließlich für den in zwei Jahren frei werdenden Gouverneursposten gehandelt – wohl auch, um einer Entscheidung Duceys nicht vorwegzugreifen.

Auch Martha McSally könnte sich an einem dritten Anlauf versuchen. Zwar war ihre Niederlage gegen Mark Kelly 2020 recht knapp, allerdings unterlag sie bereits zwei Jahre zuvor ihrer demokratischen Kontrahentin Kyrsten Sinema. Ob die Republikaner ausgerechnet die Kandidatin gegen Mark Kelly aufstellen, die sie innerhalb von zwei Jahren beide Sitze im US-Senat gekostet hat, ist fraglich.

Eine weitere mögliche Kandidatin ist die aktuelle Parteivorsitzende der Republikaner in Arizona, Kelli Ward. Sie kandidierte schon 2016 und 2018 für den Senat, scheiterte allerdings beide Male deutlich bei den Vorwahlen. Zudem hat sie sich in den vergangenen Wochen zunehmend an Donald Trump gebunden.

Ebenso naheliegend sind die verbliebenen republikanischen Kongressabgeordneten aus Arizona Paul Gosar, Andy Biggs, David Schweikert und Debbie Lesko. Alle vier sind Mitglieder des konservativen „Freedom Caucus“ und vertreten stark republikanisch geprägte Wahlkreise. Beides sind keine guten Voraussetzungen, um eine breite Koalition hinter sich zu vereinen und Kelly 2022 zu besiegen.

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