Georgia wählt Raphael Warnock zum US-Senator – zweite Stichwahl bleibt offen

Der Demokrat Raphael Warnock hat die Senatsstichwahl in Georgia gewonnen und schreibt damit Geschichte. Die zweite Stichwahl ist noch offen.

Raphael Warnock hat die Senatsstichwahl in Georgia gegen Kelly Loeffler gewonnen.
Raphael Warnock hat die Senatsstichwahl in Georgia gegen Kelly Loeffler gewonnen.

Raphael Warnock hat Geschichte geschrieben: Der demokratische Pastor aus Atlanta gewinnt als erster schwarzer Kandidat in Georgia eine Senatswahl. Er konnte sich äußerst knapp gegen die republikanische Amtsinhaberin Kelly Loeffler durchsetzen. In der zweiten Stichwahl des Abends steht am frühen Morgen noch kein Sieger fest. Die beiden Kandidaten David Perdue und Jon Ossoff liegen nahezu gleichauf.

Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss

Zu Beginn des Wahlabends setzten sich die beiden demokratischen Kandidaten schnell von ihren republikanischen Kontrahent:innen ab. Dabei profitierten sie davon, dass demokratische Wähler:innen größtenteils schon im Vorfeld persönlich oder per Briefwahl abgestimmt haben und diese Stimmzettel zuerst ausgezählt wurden.

David Perdue und und Kelly Loeffler konnten jedoch stetig Boden gut machen und nachdem knapp zwei Drittel der Stimmen ausgezählt waren, wendete sich das Blatt. Sowohl Loeffler als auch Perdue übernahmen jeweils die Führung. Allerdings konnten sie sich nie mehr als 4 Prozent von ihren demokratischen Herausforderern absetzen.

Bereits hier hatte sich bemerkbar gemacht, dass Raphael Warnock im Rennen gegen Kelly Loeffler besser abschnitt, als sein Parteifreund Jon Ossoff. Damit drohte die Befürchtung der Demokraten in Erfüllung zu gehen, nur einen Senatssitz zu gewinnen. Unter normalen Umständen wäre das zwar ein großer Erfolg für die Demokraten, aufgrund der aktuellen Machtverhältnisse im Senat müssen sie jedoch beide Rennen gewinnen, um dort die Kontrolle zu übernehmen.

In den frühen Morgenstunden deutscher Zeit führten die republikanischen Kandidat:innen zwar noch knapp, allerdings fehlten größtenteils nur noch Stimmen aus bevölkerungsstarken, demokratisch geprägten Counties wie DeKalb und Chatham. Als DeKalb County dann den Großteil der Stimmen veröffentlichte, wurde der Demokrat Raphael Warnock erneut auf die Spitzenposition katapultiert und Jon Ossoff reduzierte seinen Rückstand auf etwa eintausend Stimmen.

Die wenigen noch ausstehenden Counties legen über Nacht eine Pause ein und werden in den kommenden Tagen weiter auszählen. Wann ein finales Ergebnis bei der zweiten Stichwahl feststeht, ist noch nicht abzusehen. Das Rennen ist so knapp, dass es zu einer Nachzählung kommen könnte. In Georgia kann ein:e Kandidat:in eine Nachzählung beantragen, wenn der Abstand beim Endergebnis 0,5 Prozent oder weniger beträgt.

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